Fachbegriffe verständlich erklärt
Ein kuratiertes Glossar der wichtigsten Begriffe rund um energetische Modernisierung, Förderung und Energieberatung.
Annuitätenmethode+
Ein dynamisches Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsberechnung, das die Kosten einer Investition gleichmäßig über ihre gesamte Nutzungsdauer verteilt und einen Betrag in gleichbleibende Zahlungen (Annuitäten) umwandelt
Aperturfläche+
Die Lichteintrittsfläche einer solarthermischen Anlage
Baualtersklasse+
Kategorisierung von Gebäuden nach ihrem Baujahr, die zur Abschätzung von Bauteilqualitäten und U-Werten herangezogen werden kann
Bedarfsausweis+
Eine Form des Energieausweises, der den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes auf Grundlage seiner Bauweise, Dämmung und Anlagentechnik berechnet.
Blower Door Test+
Eine Differenzdruckmessung zur Messung der Luftdichtheit von Gebäuden. Dabei wird ein Unter- und Überdruck von 50 Pa erzeugt, und der durchschnittliche Luftwechsel bei diesem Druck (n50-Wert) ist das Endergebnis.
Dampfdiffusionswiderstandszahl +
Beschreibt, wie gut ein Baustoff die Diffusion von Wasserdampf behindert. Sie gibt an, um welchen Faktor der Baustoff gegenüber einer gleich dicken Luftschicht dampfdichter ist
Direktvermarktung+
Eine Alternative zur Einspeisevergütung, bei der der erzeugte Strom an der Börse gehandelt wird, zuzüglich eines Förderzuschlags
Dynamische Stromtarife+
Elektrizitätstarife mit variierenden Preisen je nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt. Ermöglichen Verbrauchern, ihren Stromverbrauch in Zeiten niedriger Preise zu verlagern und so Kosten zu sparen. Tragen zur Netzstabilität bei und erfordern idealerweise Smart Meter und automatisierte Steuerungssysteme
Energiebedarfskennwert+
Gibt den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes für Heizung, Warmwasser und Lüftung in kWh/(m²·a) an. Basiert auf standardisierten Berechnungen unter Berücksichtigung von Gebäudekonstruktion, Wärmedämmung und Anlagentechnik. Wird im Energieausweis auf einer Farbskala von grün (gut) bis rot (schlecht) dargestellt
Fernwärme+
Externe Wärmeversorgung über ein Netzwerk von Rohrleitungen. Kann aus Abwärme von Heizkraftwerken oder Industrie stammen
Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (§42b EnWG)+
Ein Modell, das es mehreren Verbrauchern oder Gebäuden, die an ein gemeinsames Versorgungsnetz angeschlossen sind, ermöglicht, überschüssigen PV-Strom zu verbrauchen, bevor dieser in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird. Im Unterschied zum Mieterstrom muss der PV-Erzeuger keine Vollversorgung des lokalen Stromnetzes gewährleisten, und das Modell ist auch auf Nichtwohngebäude anwendbar
Heizlastberechnung+
Ermittlung der erforderlichen Leistung des Heizsystems zur Beheizung eines Gebäudes. Ziel ist die Gewährleistung einer optimalen Heizleistung und Dimensionierung des Erzeugers und der Wärmeabgabe. Berücksichtigt Wärmeverluste, Außentemperatur und Gebäudehülle, aber keine internen Wärmegewinne
Heizwärmebedarf+
Energiemenge, die benötigt wird, um ein Gebäude auf eine bestimmte Innentemperatur zu beheizen, unter Berücksichtigung von Wärmeverlusten und solaren Wärmegewinnen
Hydraulischer Abgleich+
Ein Verfahren, bei dem jeder Heizkörper bzw. Heizkreis einer Flächenheizung mit der richtigen Wärmemenge versorgt wird, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Ziele sind Heizkosten- und Stromersparnis sowie die Vermeidung von Fließgeräuschen. Ursachen für fehlenden Abgleich sind falsch dimensionierte Thermostatventile, überdimensionierte Pumpen und Heizkessel sowie falsche Einstellungen
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)+
Ein standardisierter Energieberatungsbericht, der detaillierte Auskunft über den Ist-Zustand eines Gebäudes, den energetischen Soll-Zustand sowie die dafür notwendigen Maßnahmen gibt. Er besteht aus einer Übersicht und einer Umsetzungshilfe. Die Erstellung erfordert eine Zulassung vom BAFA als Berater im Förderprogramm EBW
Jahres-Primärenergiebedarf+
Jährlicher Gesamtenergiebedarf, der zum Energiegehalt auch die vorgelagerten Prozessketten bei Gewinnung, Umwandlung, Speicherung und Verteilung mit Primärenergiefaktoren einbezieht
Jahresarbeitszahl (JAZ)+
Ein Maß für die Effizienz einer Wärmepumpe über ein Jahr
Kapitalwert+
Eine finanzielle Kennzahl, die zur Bewertung der Rentabilität einer Investition dient, indem sie zukünftige Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Anlage berücksichtigt und auf den heutigen Wert abzinst. Ein positiver Kapitalwert deutet auf eine rentable Investition hin
Klimakorrekturfaktor+
Faktor, der Temperaturverhältnisse und klimatische Bedingungen eines Berechnungszeitraums erfasst und angewendet wird, um Energieverbrauchskennwerte verschiedener Zeiträume und Regionen vergleichbar zu machen
Konvektion+
Bezeichnet die Übertragung von Wärme durch den Austausch von Flüssigkeiten oder Gasen, bei dem erwärmte Teilchen aufsteigen und kalte Teilchen absinken, wodurch ein Kreislauf entsteht. Es gibt freie (natürliche) Konvektion, die durch Temperatur- und Dichteunterschiede entsteht (z.B. Heizkörper im Raum), und erzwungene Konvektion, die Fremdenergie (Pumpe, Ventilator) erfordert (z.B. Heizkessel im Heizungssystem)
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)+
Eine Technologie zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme aus einem Brennstoff z.B. in Blockheizkraftwerken
Lastprofil+
Die zeitliche Verteilung des Stromverbrauchs eines Haushalts oder Betriebs
Luft-Abgas-Schornsteine (LAS-Systeme)+
Leiten Abgase ab und versorgen gleichzeitig die Feuerstätte mit Verbrennungsluft. Heute auch für feste Brennstoffe rußbrandbeständig
Luftwechselrate+
Das Maß für den Luftaustausch, berechnet als Verhältnis des Luftvolumenstroms zum Raumvolumen pro Zeit
Marktstammdatenregister+
Ein zentrales Register, das Daten zu Stromerzeugungsanlagen, Speichern und Netzbetreibern erfasst. Die Anmeldung einer Photovoltaikanlage ist hier erforderlich
Nutzungsgrad+
Bewertet die energetische Effizienz des gesamten Heizsystems im Verhältnis von Energiebedarf zu erwünschten Nutzen
Passivhaus-Standard+
Ein sehr hoher Dämmstandard, der zu einer weiteren Reduzierung des Heizenergieverbrauchs führt (ca. 30-40% im Vergleich zum Standard-Neubau)
Primärenergiebedarf+
Ein energetischer Kennwert, der neben dem Endenergiebedarf auch die vorgelagerte Kette (Gewinnung, Aufbereitung, Transport der Energieträger) berücksichtigt und mit Primärenergiefaktoren bewertet wird
Raumlufttechnische Anlagen+
Technische Systeme zur kontrollierten Zu- und Abfuhr von Luft in Gebäuden. Sichern gute Luftqualität, führen Schadstoffe und Feuchtigkeit ab.
Referenzgebäudeverfahren+
Methode zur Ermittlung des maximal zulässigen Primärenergiebedarfs gemäß GEG. Ein virtuelles Referenzgebäude mit identischer Geometrie, Nutzfläche und Ausrichtung wie das zu bewertende Gebäude wird mit festgelegten Referenzwerten berechnet
Relativer Mindestwärmeschutz+
Energetische Mindestanforderungen an Neubauten und Änderungen gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG), bei denen Abweichungen von einzelnen Werten durch gute Gesamtgebäudeperformance ausgeglichen werden können
Sommerlicher Wärmeschutz+
Umfasst bauliche und technische Maßnahmen wie außenliegende Verschattungselemente (z.B. Rollläden oder Markisen), spezielle Verglasung, Dach- und Wanddämmung sowie Nachtlüftungskonzepte, die verhindern, dass sich Gebäude in der warmen Jahreszeit übermäßig aufheizen und dadurch ein angenehmes Raumklima ohne energieintensive Klimatisierung gewährleisten
Stromdirektheizung+
Gerät zur direkten Erzeugung von Raumwärme durch Ausnutzung des elektrischen Widerstands oder auch in Verbindung mit Festkörper-Wärmespeichern
Stromgestehungskosten+
Die Gesamtkosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die Lebensdauer einer Anlage, einschließlich Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten
Thermische Gebäudehülle+
Die äußeren Bauteile eines Gebäudes (Wände, Böden, Decken, Dächer), die den beheizten oder gekühlten Bereich umschließen und den Wärmeverlust und -gewinn regulieren
Thermographie+
Eine Methode, die bei der Vor-Ort-Begehung ein nützliches Hilfsmittel zur Identifizierung von Wärmelecks und zur Früherkennung von Schäden sein kann. Es ist wichtig, die passenden Randbedingungen zu beachten und idealerweise eine Schulung zu besuchen
Thermostatventil+
Ermöglicht die individuelle Temperaturregelung in jedem Raum. Die Zahlen am Thermostat regeln die Leistung und nicht direkt die Temperatur
Transmissionswärmeverlust (HT)+
Beschreibt die Verlustleistung der Hüllflächen eines Gebäudes. Er gibt die Leistung in Watt an, die bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin zwischen Innenund Außenseite eines Gebäudes auftritt und wird als Wärmestrom in W/K gemessen. Der Transmissionswärmeverlust (HT-Wert) ist abhängig vom U-Wert der Bauteile und vom A/V-Verhältnis des Gebäudes
Wärmeschutznachweis+
Ein Dokument, das die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an den Wärmeschutz bei Neubau und Sanierung gemäß §48 GEG nachweist. Er wird spätestens nach Fertigstellung für die Behörde erstellt